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Polizeigewalt - Bremens Polizei im Nationalsozialismus

Ausstellung und Begleitprogramm (30. April bis 27. Mai 2011)

Polizeigewalt - Bremens Polizei im Nationalsozialismus. Ausstellung und Begleitprogramm (30. April bis 27. Mai 2011)
Polizeigewalt - Bremens Polizei im Nationalsozialismus. Ausstellung und Begleitprogramm (30. April bis 27. Mai 2011)

Ausstellungssort:
Stadtbibliothek Bremen
Wall-Saal
28195 Bremen

Öffnungszeiten:
Mo, Di, Fr 10–19, Mi 13–19,
Do 9–20, Sa 10–16 Uhr

Polizeigewalt im Nationalsozialismus – das war nicht bloß die Gewalt der Geheimen Staatspolizei.

Unsere Ausstellung zeigt:

Polizeigewalt - Bremens Polizei im Nationalsozialismus. Ausstellung und Begleitprogramm (30. April bis 27. Mai 2011)
Polizeigewalt - Bremens Polizei im Nationalsozialismus. Ausstellung und Begleitprogramm (30. April bis 27. Mai 2011)

Alle Sparten der Polizei in Bremen arbeiteten mit an der Durchsetzung der Ziele des NS-Staates. Und nichts deutet darauf hin, dass sie das nur widerstrebend oder unter Zwang getan hätten. Wen immer die Nationalsozialisten als ihre Feinde bezeichneten, der war auch der Feind der Polizei: Politische Gegner wie Kommunisten oder Sozialdemokraten, Oppositionelle etwa aus den Reihen der Kirchen. Oder Menschen, die nicht in die nationalsozialistischen Vorstellungen von der deutschen ›Volksgemeinschaft‹ passten und die als ›asozial‹ aus der Gesellschaft ausgegrenzt wurden und in den Konzentrationslagern verschwanden.

Die Entrechtung, Drangsalierung und Deportation der Juden und der Sinti und Roma war wesentlich mit das Werk der Polizei. Im Krieg tat sie alles dafür, um die ›innere Front‹ zu sichern; wer nicht das Äußerste tat, um den deutschen ›Endsieg‹ zu sichern, fand in ihr einen erbitterten Gegner.
Besonders bekamen das Tausende von ›Fremdarbeitern‹ zu spüren, die aus den besetzten Gebieten nach Bremen gebracht worden waren. Zwei in Bremen aufgestellte Polizeibataillone wirkten in Polen, in der Sowjetunion und in den Niederlanden am Völkermord mit. Die Ausstellung behandelt auch die Rolle der Polizei bei der Aufrüstung der Wehrmacht. Sie erinnert an die Luftschutz- und Feuerschutzpolizei, der während des Bombenkrieges eine zentrale Rolle in Bremen zukam.

[KURSIV Die Ausstellung versteht sich als erster Teil eines Gesamtprojektes. Ihr sollen folgen ein Teil über die Geschichte der Polizei in Bremen von 1918 bis 1933. Ein weiterer Teil wird sich mit den Jahren nach 1945 befassen.]

Begleitprogramm zur Ausstellung

Podiumsdiskussion Lesung und interessante Abschlussveranstaltung

Podiumsdiskussion

Zur Rolle der Polizeibataillone bei der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Prof. Karl Schneider (Autor ›Die Bremer Polizeibataillone – Ein Beitrag zur Bremer Polizeigeschichte von 1918 bis nach 1945‹) und Dr. Stefan Klemp (Autor ›Nicht ermittelt – Polizeibataillone und die Nachkriegsjustiz‹)

Moderation: Wolfgang Kopitzsch (Autor ›Keine Bilder des Vergessens – Hamburger Polizeibataillone im Zweiten Weltkrieg‹)
9. Mai 2011, 18 Uhr, Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal

›… so ein bißchen Wahrheit‹
Lesung aus den Briefen des Kaufmanns und Bataillonsfotografen Hermann Gieschen

24. Mai 2011, 19 Uhr Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal

›Vergangenheitsbewältigung – Brückenschlag in die Moderne‹
mit
Senator Ulrich Mäurer,
Bürgermeister a.D. Hans Koschnick,
Polizeipräsident Holger Münch

Abschlussveranstaltung 27. Mai 2011, 16 Uhr Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal

Begleitwort Ulrich Mäurer

Senator für Inneres und Sport

Am 1. April dieses Jahres ist im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Ausstellung ›Ordnung und Vernichtung – Die Polizei im NS-Staat‹ eröffnet worden. Die von der Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder initiierte und von der Deutschen Hochschule der Polizei realisierte Ausstellung zeigt die Rolle der deutschen Polizei im ›Dritten Reich.‹

Unsere Ausstellung behandelt speziell die Polizei in Bremen unter dem Nationalsozialismus. Beschönigt wird nichts. Es zeigt sich: Auch bei uns war die Polizei ein wesentliches Instrument des nationalsozialistischen
Systems. Diese Erkenntnis darf nicht in Vergessenheit geraten. Erstens, weil wir es mit einem Tiefpunkt bremischer Geschichte zu tun haben. Zweitens, weil der Aufbau der demokratischen Polizei in der Freien Hansestadt Bremen – auch unter dem Einfluss der Besatzungsmächte – getragen
war von der Absicht, die Konsequenzen aus den Erfahrungen der Jahre 1933–1945 zu ziehen. Entstehen sollte eine der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie verpflichtete Polizei.
Gefragt war und ist die selbstkritische Auseinandersetzung mit unserer Geschichte. Sie muss auch Bestandteil der Ausbildung unserer jungen Polizistinnen und Polizisten sein.
Wir danken allen, die zum Gelingen dieser Ausstellung beigetragen haben, sei es mit tätiger Hilfe, Anregungen, Kritik und nicht zuletzt mit finanzieller Unterstützung. Unser besonderer Dank gilt denjenigen, die uns Dokumente zur Verfügung gestellt haben, die unsere Ausstellung wesentlich
bereichern.

ULRICH MÄURER

DOWNLOADS

Faltblatt zur Ausstellung

Polizeigewalt - Bremens Polizei im Nationalsozialismus. Ausstellung und Begleitprogramm (30. April bis 27. Mai 2011)
FLYER zur AUSSTELLUNG (pdf, 439.9 KB)

Kontakt

und Projektgruppe der Ausstellung

Projektgruppe:
Prof. Dr. Konrad Elmshäuser, Jens Feye, Dr. Dieter Fricke, Dr. Heinz-Gerd Hofschen, Dr. Barbara Johr, Lutz-Michael Linke, Prof. Dr. Inge Marßolek, Prof. Karl Schneider, Bernhard Springfeld, Dr. Hans Wrobel

Kontakt:
Olaf Bull – Der Senator für Inneres und Sport
Contrescarpe 22/24
28203 Bremen
Telefon 0421/361-9097
olaf.bull@inneres.bremen.de