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Filmseminar zu Propagandafilme in der NS-Zeit und der DDR (25. - 27.10. 2010)

Manipulation durch Montage - Ein Vergleich von Propagandafilmen aus dem Dritten Reich und der DDR

Manipulation durch Montage - Propagandafilme aus der NS-Zeit und der DDR
Manipulation durch Montage - Propagandafilme aus der NS-Zeit und der DDR

Die Erscheinungsformen von Propaganda bleiben sich ähnlich. Sie blenden Widersprüche aus und versuchen, die Verhältnisse eindeutig zu machen. Sie ergreifen nicht nur Partei, sondern diffamieren gleichzeitig all jene, die diese Parteilichkeit nicht teilen, als Bedrohung und Gefahr, die es zu bekämpfen gilt. So schaffen sie Feinde und Feindbilder. Um den Kampf gegen solche Feinde zu gewinnen, konstruieren sie eine emotionelle Gemeinschaft des »Wir«. Die Mittel der Konstruktion sind pathetisch, ausgrenzend und häufig irrational. Ihre Techniken bestehen in der Montage ausgewählter Wirklichkeitsfragmente, in deren moralischer Wertung sowie in der Überhöhung der zu propagierenden Position und ihrer Unterfütterung mit Gefühlen statt mit Argumenten. Zuletzt wird die Komplexität von Zuständen, Sachverhalten und Meinungen auf Zeichen reduziert, die einfache Zuordnungen zu den Gruppen »Wir« (die Guten, die Berechtigten, die Zukunftsträger) oder »die Anderen« (die Bösen, die Rechtlosen, die Rückwärtsgewandten) ermöglichen.

Im 20. Jahrhundert war der Film ein Hauptträger der politischen Propaganda. Sowohl die Protagonisten rechter wie linker Staats-Modelle hatten ihn als besonders geeignetes Mittel (Medium) erkannt, weil er seine Welt-Bilder stets aus Montage konstruiert und sie daher von Anfang an der Manipulation unterzieht. Außerdem vermag er als Gemenge aus optischer Wucht, menschlicher Dramatik und akustischer (musikalischer) Aufladung die rationale Rezeption des Zuschauers zu unterlaufen und ihn unmittelbar bei den Emotionen zu packen. In Deutschland, wo die rechte Diktatur der Nationalsozialisten in einem Teil von der linken Diktatur der SED abgelöst wurde, lassen sich die kinematographischen Propaganda-Techniken besonders genau beobachten und vergleichen. Daher werden Beispiele aus der NS-Filmproduktion solchen aus den Studios der DEFA gegenübergestellt.

Handelt es sich bei den NS-Filmen einmal um ein Exempel der Identitäts- Propaganda für die Hitlerjugend und zum anderen um ein antikommunistisches Pseudo-Dokument über den Bürgerkrieg in Spanien, bieten die Streifen aus der DDR die Märtyrer-Legende eines kommunistischen Führers sowie eine mehr oder weniger subtile Legitimation der Stasi als Schutzmacht vor dem Mauerbau, ergänzt durch eineKurz-Doku zur Entstehung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Es geht dabei nicht um Relativierung oder Gleichsetzung. Es geht um Mechanismen filmischer Propaganda. Herbert Heinzelmann (Medienpublizist, Nürnberg)

Einführung und Diskussionsleitung:

Einführungsvortrag in das Thema: Herbert Heinzelmann (Medienpublizist, Nürnberg) am Montag, den 25.10. um 19:00.

DOWNLOAD:
Flyer zum Filmseminar 2010 Propagandafilme in der NS-Zeit und der DDR, Manipulation, Montage (PDF 1MB) (pdf, 905.5 KB)

auch Schulvorstellungen möglich

Zu allen Filmen können Schulvorstellungen (mit Referent)
vereinbart werden.
Gruppenbesuche bei Abendveranstaltungen sind zu
ermäßigtem Tarif möglich.
Veranstalter:
Kommunalkino Bremen/Kino 46
Landeszentrale für politische Bildung, Bremen
Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden
»Erinnern für die Zukunft« e.V., Bremen
Institut für Kino und Fimkultur, Wiesbaden
Seminargebühr:
15,– € (12,– € ermäßigt) für alle Filme
6,– € (4,50 € ermäßigt) für einen Film
Veranstaltungsort:
Kino 46 · Waller Heerstr. 46 · 28217 Bremen