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Juni 2015

Veranstaltungen und Termine Landeszentrale für politische Bildung

Die Entnazifizierung in Wesermünde und Bremerhaven

Workshop im Rahmen des Jubiläumsprogramms "10 Jahre Stadt der Wissenschaft - Das Unsichtbare sichtbar machen", Bremerhaven

Donnerstag 04. Juni 2015
14:00 – 18:00 Uhr
Ort: Stadtarchiv Bremerhaven
Hinrich-Schmalfeldt-Str., Stadthaus 5
Eintritt: frei
Anmeldung: ERFORDERLICH unter 0471-590-4711

Der "Persilschein" in der Bremerhavener Nachkriegsgeschichte

Der Begriff des "Persilscheins" mit dem sich mutmaßliche nationalsozialistische Straftäter durch die Aussagen von Entlastungszeugen "rein waschen" konnten, ist noch heute in der kollektiven Erinnerung verankert und wird mit dem Prozess der Entnazifizierung verknüpft.

Schuldig oder unschuldig?

Doch wie lief dieses Verfahren eigentlich ab? Und konnte man damals allgemein gültige Antworten auf der Suche nach der Schuld der einzelnen Bürger finden? Fragen, die auch heute noch aktuell sein können.

Gelebte Geschichtsforschung: Workshop mit Akteneinsicht

Der Workshop gibt einen Einblick in den Prozess der Entnazifizierung in Wesermünde und Bremerhaven. Anhand von Beispielen aus Bremerhavener und Bremer Akten können die Teilnehmer des Workshops den Gang der Entnazifizierung nachvollziehen und erleben dabei ein wichtiges Stück Bremerhavener Nachkriegsgeschichte.

Es laden ein: Stadtarchiv Bremerhaven, die Landeszentrale für politische Bildung Bremen, das Lehrerfortbildungsinstitut und die Volkshochschule Bremerhaven.

Downloads & Informationen

"10 Jahre Stadt der Wissenschaft - Das Unsichtbare sichtbar machen" Info-Flyer Veranstaltungen Jubiläumsprogramm (pdf, 1.3 MB), Bremerhaven (Feb - Nov 2015)

Amon - Mein Großvater hätte mich erschossen

Lesung und Gespräch

Montag 08. Juni 2015
19:00 - 21:00 Uhr
Ort: Volkshochschule, Ella Kappenberg Saal
Lloydstraße 15, 27568 Bremerhaven
Eintritt: frei

Lesung und Gespräch mit Jennifer Teege im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum 70. Jahrestag der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft am 08. Mai 2015

Es ist ein Schock, der ihr ganzes Selbstverständnis erschüttert: mit 38 Jahren erfährt Jennifer Teege durch einen Zufall, wer sie ist. In einer Bibliothek findet sie ein Buch über ihre Mutter und ihren Großvater Amon Göth. Millionen Menschen kennen Göths Geschichte. In Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste" ist der brutale KZ-Kommandant der Saufkumpan und Gegenspieler des Judenretters Oskar Schindler. Göth war verantwortlich für den Tod tausender Menschen und wurde 1946 gehängt. Seine Lebensgefährtin Ruth Irene, Jennifer Teeges geliebte Großmutter, begeht 1983 Selbstmord.

Die Autorin Jennifer Teege

Jennifer Teege, Jahrgang 1970, ist die Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers. Sie wurde bei Adoptiveltern groß und hat danach in Israel studiert. Jetzt ist sie mit einem Familiengeheimnis konfrontiert, das sie nicht mehr ruhen lässt. Wie kann sie ihren jüdischen Freunden noch unter die Augen treten? Und was soll sie ihren eigenen Kindern erzählen? Jennifer Teege beschäftigt sich intensiv mit der Vergangenheit. Sie trifft ihre Mutter wieder, die sie viele Jahre nicht gesehen hat. Gemeinsam mit der Journalistin Nikola Sellmair recherchierte sie ihre Familiengeschichte und veröffentlichte diese 2013.

Kooperation

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Stadtarchiv Bremerhaven und der VHS Bremerhaven.

Erinnern im öffentlichen Raum: Straßennamen in Bremerhaven

Podiumsdiskussion

Dienstag 16. Juni 2015
19:00 - 21:00 Uhr
Ort: Volkshochschule, Ella Kappenberg Saal
Lloydstraße 15, 27568 Bremerhaven
Eintritt: frei

Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum 70. Jahrestag der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft am 08. Mai 2015

Die Geschichte - ihre herausragenden Momente, aber auch ihre Schattenseiten - wachzuhalten, ist eine wichtige Aufgabe der Stadt. Dieses kann auf vielfältige Weise durch Veröffentlichungen, Ausstellungen, Kunstwerke oder Denkmäler geschehen. Die Benennung von Gebäuden, Plätzen und Straßen nach Personen oder Ereignissen stellt eine weitere Möglichkeit dar; erläuternde Zusatzschilder ermöglichen dabei die Kontextualisierung für nachfolgende Generationen.

Erinnerung: Opfer sowie zugleich Profiteure der NS-Zeit

An die Opfer des Nationalsozialismus in der Stadt erinnern unterschiedliche Denkmäler wie z. B. die Stolpersteine des Künstlers Gunther Demnig. Zugleich sind in Bremerhaven Straßen nach Personen benannt, die Anhänger des Nationalsozialismus waren oder von dem Regime profitierten.

Recherche-Ergebnisse der Kommission des Bremerhavener Magistrats

2012-2013 hat eine Kommission im Auftrag des Magistrat begutachtet, inwieweit diese Personen die nationalsozialistische Herrschaft beförderten oder sogar Anteil an der NS-Verbrechenspolitik hatten. Damit liegen die historischen Fakten auf dem Tisch. Wie diese Ergebnisse zu bewerten sind und welche praktischen Konsequenzen nun folgen sollten, darüber diskutieren Historiker und Historikerinnen, von denen einige in der Gutachter-Kommission mitgearbeitet haben.

Fragen an das Podium

Die Podiumsdiskussion geht unter anderem den Fragen nach:
- Wie gehen wir heute in Bremerhaven mit dem "Erbe" des NS-Regimes um?
- Wie möchten wir uns erinnern und woran?
- Welchen Zwecken kann historisches Erinnern an den Nationalsozialismus dienen?
- Wie könnte öffentliches Erinnern künftig aussehen?
- Wie soll in der Stadt mit umstrittenen Straßennamen umgegangen werden?
- Wie machen das andere Kommunen?

Kooperation

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Stadtarchiv Bremerhaven und der VHS Bremerhaven.

"HERRENMENSCHEN" UND "BADOGLIO-SCHWEINE"

Ein Bericht in Bildern und Dokumenten von Christoph Schminck-Gustavus

Hunger - Dauerregen - 12 Stunden Arbeit: Italienische Militärinternierte in einer Baracke des Stalag XB - Kriegsgefangenenlager bei Bremervörde. Ein Bericht in Bildern und Dokumenten von Christoph Schminck-Gustavus
Hunger - Dauerregen - 12 Stunden Arbeit: Italienische Militärinternierte in einer Baracke des Stalag XB - Kriegsgefangenenlager bei Bremervörde. Ein Bericht in Bildern und Dokumenten von Christoph Schminck-Gustavus

Donnerstag 18. Juni 2015
19:00 Uhr
Ort: Aula der Humboldtschule
Schillerstraße 87, Bremerhaven
Eintritt: frei

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Geschichte von Attilio Buldini und beruht auf seinen Erinnerungen an die Gefangenschaft in drei Bremer Lagern und auf den Zeugnissen seiner Frau Frau Gigina Buldini über den deutschen Besatzungsterror in Oberitalien.

Im September 1943 beendet das faschistische Italien das Bündnis mit dem Deutschen Reich und schloss einen Waffenstillstand mit den Alliierten. Dies galt der Nazi-Führung als "Verrat". Mit einem Betrugsmanöver hat die deutsche Wehrmachtsführung ca. 680.000 italienische Soldaten entwaffnet. Ihnen wurde versprochen, sie würden sofort nach Ablieferung ihrer Waffen in die Heimat zurückgeführt. Statt nach Italien wurden sie aber als "Verräter" und "Badoglio-Schweine" gefangen genommen. Badoglio war der Nachfolger Mussolinis als Regierungschef Italiens. Mit den sowjetischen Kriegsgefangenen standen die italienischen Soldaten auf der untersten Stufe der Gefangenen-Hierarchie: Demütigungen, Hunger und Arbeitsqual bestimmten den Alltag.

Der Referent Christoph Schminck-Gustavus

Ein Vortrag von Christoph Schminck-Gustavus (*1942). Er ist Professor für Rechts- und Sozialgeschichte i.R. an der Universität Bremen und Verfasser von mehreren Büchern zu Kriegsschicksalen aus Polen, Italien und Griechenland. (C. Schminck-Gustavus "Die schönsten Jahre. Chronik einer Liebe. 1943-1945“, Dietz Verlag Bonn).

Veranstalter

Förderverein der Humboldtschule in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Außenstelle Bremerhaven

Downloads & Informationen

Flyer Vortrag über italienische Kriegsgefangene: Schminck-Gustavus (pdf, 123.9 KB)