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Gedenkfeier am 09.11. 2010 um11.00 UHR zur Erinnerung an die Opfer der Pogromnacht

Siegfried Propper ist der Ehrengast der Fraktionen der Bremischen Bürgerschaft

SIEGFRIED PROPPER (geboren 13.12.1937 in Bremen) wurde als Siebenjähriger - allein und ohne seine nichtjüdische Mutter - noch am 14.02.1945 deportiert von Bremen in das Ghetto Theresienstadt.
Siegfried Propper spricht auf der Gedenkfeier über seinen Vater Isidor Propper.
Dieser war zu diesem Zeitpunkt bereits Opfer der Shoa geworden. In der Pogromnacht 1938 wurde er verhaftet und bis zum 10.12.1938 im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Am 20.04.1942 wurde Isidor Propper erneut verhaftet und über das Konzentrationslager Neuengamme in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo er am 05.11.1942 ermordet wurde. Siegfried Proppers Großmutter, Dora Propper war bereits am 23.07.1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert worden. Dort erlebte sie trotz aller Entbehrungen die Befreiung und kehrte nach Bremen zurück.

Biographische Spuren

Ehrengast Siegfried Propper

Der Vater von Siegfried Propper war der Bremer Kaufmann Isidor Propper. Der gebürtige Lübecker war seit Kindheitstagen in Bremen beheimatet.

Die Eltern von Isidor Propper bzw. die Großeltern von Siegfried Propper waren der Händler Josef Propper und die Inhaberin eines Weiß- und Kurzwarengeschäftes Dora Propper, geb. Sklarz. Sie waren 1909 von Lübeck nach Bremen gekommen. Noch in Lübeck erblickten der Sohn Isidor im Jahr 1902 und die Tochter Leonie im Jahr 1903 das Licht der Welt.

Die Familie war mosaischer Konfession und gehörte der Israelitischen Gemeinde Bremen an. Sie wohnte in der Keplerstraße im Ostertor, dem Elternhaus von Isidor Propper.

Im Jahr 1933 heiratete Isidor Propper Ilse Engst, die evangelischer Konfession war. Das Ehepaar lebte laut „Nürnberger Rassegesetz“ von 1935 in einer „Mischehe“. Es zog im Jahr 1935 von der Keplerstraße in die Mainstraße um. Im Jahr 1937 wurde dort der Sohn Siegfried geboren. Im Jahr 1938 musste die Kleinfamilie diese Wohnung wieder aufgeben. Sie zog zurück in die Keplerstraße.

Siegfried Propper, der Sohn von Isidor Propper und der Enkel von Dora Propper, musste ab Dezember 1943 den "Judenstern" tragen und wurde im Alter von sieben Jahren noch am 13.02.1945 nächtens abgeholt und in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Die Mutter blieb in Bremen. Auch er überlebte und kehrte zunächst nach Bremen zurück. Als Jugendlicher wanderte Siegfried Propper in die USA aus, kehrte aber aus beruflichen Gründen wieder zurück und siedelte sich im Frankfurter Raum an, wo er noch heute lebt.