Sie sind hier:
  • Jugendliche
  • Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage (SOR-SMC)

Widersprechen! Aber wie? Argumentationstraining gegen Diskriminierung

Fortbildung für Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter*innen

"Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" (SOR – SMC)

Datum: Fortbildung am Mittwoch, 27. September
Uhrzeit: 9.00 - 16.00 Uhr
Ort: Landeszentrale für politische Bildung Bremen
Birkenstr. 20/21, Bremen

Was tun gegen die Sprachlosigkeit gegen islamfeindliche, antisemitische, homophobe, sexistische oder andere menschenverachtende Einstellungen im Schulalltag?

"Muslime sind doch alle Terroristen!", "Schwule sind Weicheier.", "Ausländer sind kriminell." Islamfeindliche, antisemitische, homophobe, sexistische oder andere menschenverachtende Einstellungen begegnen den meisten Pädagog*innen häufig im Schulalltag. Sie machen meistens erstmal sprachlos, oft fehlen Handlungsrepertoire und Fachwissen, um kritische Situationen einzuschätzen und entsprechend handeln zu können.

Handlungs- und Argumentationsrepertoire erweitern

Hier setzt das Argumentationstraining an: es vermittelt Lehrer*innen und Sozialpädagog*innen, wie sie derartigen Äußerungen und Einstellungen von Schüler*innen im Schulalltag professionell pädagogisch umgehen können.

Die Fortbildung bearbeitet folgende Inhalte:

- Sensibilisierung für Mechanismen von Vorurteilen und Diskriminierung
- Kennenlernen und Einüben von Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit menschenfeindlichen Äußerungen
- Vorstellung verschiedener Handlungsebenen beim Umgang mit menschenfeindlichen Einstellungen im pädagogischen Raum
- Reflexion der eigenen pädagogischen Haltung
- Simulation konflikthafter Situationen aus dem Schulalltag; Erproben, Reflektieren und Diskutieren von Lösungsmöglichkeiten

Hintergrund Seminarkonzept

Der bundesweite Verein "Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V." bietet für Schulen die Durchführung von Argumentationstrainings gegen rechte Parolen an. Aus der erprobten Arbeit sind Materialien und ein Seminarkonzept für die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen entstanden, dass auf die Ausbildung von Peercoaches setzt, um dieses Training nachhaltig an Schulen zu verankern.

Leitung der Forbildung

Mitarbeiter*innen des Vereins "Gegen Vergessen – Mehr Demokratie" e.V. leiten die Fortbildung an, stellen im Verlauf der Fortbildung das Konzept des Trainings sowie der Ausbildung vor.

Angebot vor Ort an Ihrer Schule nach Absprache

Absprachen für die Durchführung und Organisation von eintägigen Trainings und zweitägiger Ausbildung an Ihrer Schule können gemeinsam mit dem Verein und der Landeskoordination "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" eingeleitet werden.

ANMELDUNG ERFORDERLICH! Anmeldung bis zum 20.9.2017

Ansprechpartnerin für Rückfragen

Linda Blöchl

Referentin & Landeskoordinatorin "Schule ohne Rassismus_Schule mit Courage"
Außenstelle Bremerhaven

Schifferstr. 48, 27568 Bremerhaven


oder Telefon: 0471/ 45038

DOWNLOADS

Flyer Fortbildung ARGUMENTATIONSTRAINING SEPT 2017 für Pädagog*innen SOR-SMC (pdf, 508.6 KB)

"Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" (SOR – SMC) Landeskoordination Bremen

Franca Hinrichsen

Deutschland ist nach den USA das Land mit den meisten Einwanderern weltweit. Bremen belegt mit fast 85.000 Mitbürgerinnen und Mitbürgern ausländischer Herkunft nach Hamburg und Berlin den dritten Platz unter den deutschen Bundesländern. Gegenseitige Toleranz, Respekt und Interesse sind Tugenden, die in Bremen und Bremerhaven mit ihren Häfen Tradition haben. Für ein friedvolles und buntes Zusammenleben müssen diese Werte jeden Tag gelebt werden.

Franca Hinrichsen

Verwaltungsmanagement, Buchausgabe
Landeskoordination Schule ohne Rassismus_Schule mit Courage

Birkenstrasse 20/21
28195 Bremen

Was wir anbieten:

Die Landeskkordination Bremen unterstützt alle Schulen, die "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" werden wollen. Für die anerkannten Schulen werden differenzierte Angebote für Schüler und Lehrer organisiert, um das Projekt in den Schulen lebendig zu erhalten.

Beispiele: "open space"-Veranstaltungen, Schülerzeitungsseminare, bundesweite Schülertreffen, Seminare gegen Gewalt und Rassismus und für Zivilcourage.

Wie wird man eine SOR-SMC?

Will eine Schule eine SOR-SMC werden, bedarf es dazu des Willens und der eigenen Initiative der SchülerInnen, im Sinne des Selbstverständnisses aktiv zu werden. Die Bundeskoordination von SOR-SMC verzichtet daher darauf, SchülerInnen offensiv zum Mitmachen zu überreden.

Die SchülerInnen müssen selbst entscheiden, in welcher Weise sie die formale Voraussetzung zur Teilnahme am Projekt SOR-SMC erfüllen, nämlich die Unterschrift von mindestens 70 Prozent aller direkten Angehörigen ihrer Schule (SchülerInnen, LehrerInnen, SozialpädagogenInnen, SekretärInnen, Hausmeister, etc.) zu sammeln.

Manche "Initiativgruppe" hängt die Unterschriftenlisten während eines Schulfestes aus und sammelt die benötigte Anzahl binnen weniger Stunden. Andere nehmen sich dafür viel Zeit, suchen jede Klasse einzeln auf, diskutieren mit den MitschülerInnen über die Zielsetzung des Projektes und haben erst nach mehreren Monaten die erforderliche Anzahl von Unterschriften beisammen.

Zusammenhang zwischen den schulischen Leistungen, der Muttersprache und dem Kommunikationsverhalten?

Kommunikation und Integration

Seymabetül Kotan, Betül Emin und Aysin Senkal zeigen Bürgermeister Jens Böhrnsen ihre Broschüre (von links). Foto: Mareike Fehling, Senatspressestelle
Seymabetül Kotan, Betül Emin und Aysin Senkal zeigen Bürgermeister Jens Böhrnsen ihre Broschüre (von links). Foto: Mareike Fehling, Senatspressestelle

Gibt es einen Zusammenhang zwischen den schulischen Leistungen, der Muttersprache und dem Kommunikationsverhalten? Dies wollten die Schülerinnen Betül Emin, Seymabetül Kotan und Aysin Senkal 2009 genauer wissen. Sie haben am Schulzentrum Walle in Bremen eine Untersuchung durchgeführt und die Zusammenhänge analysiert.

Die Schülerinnen wurden vom Bremer Bürgermeister Böhrnsen empfangen, der mit ihnen darüber diskutierte, wie aus den Ergebnissen ein Integrationsmodell für ihre Schule entwickelt werden kann.

Entstehungsgeschichte in Bremen

Die Hansestadt erhält als erste Kommune in Deutschland den Titel "Bremen gegen Rassismus - Bremen für Courage"

Unter dem Titel "Unsere Stadt ohne Rassismus" arbeitet SOR-SMC mit SchülerInnen aus Bremen und Chemnitz daran, in diesen beiden Städten eine Antidiskriminierungsagenda zu erarbeiten, für die eine Zwei-Drittel-Mehrheit unter den Parlamentariern gewonnen werden soll.

Die Aktionstage der Bremer SchülerInnen vom 24. bis 26. Januar 2006 waren ein voller Erfolg. Alle anwesenden Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft und selbst Senatoren und Verwaltungsangestellte unterzeichnen die von SOR-SMC SchülerInnen gestaltete Antidiskriminierungsagenda.

Bremen geht neue Wege

Die Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft haben sich mit überwältigender Mehrheit dazu verpflichtet, künftig gemeinsam mit SchülerInnen der Stadt nachhaltige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus zu überwinden. Diese für Deutschland einzigartige Initiative ist eine Aktion der Bundeskoordination von "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (SOR-SMC)".