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Termine im August 2016

Veranstaltungen in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Bremen im August 2016

"Erinnerungsbuch für die Opfer der NS-Medizinverbrechen in Bremen und Bremerhaven"

Buchpräsentation mit Autorin Gerda Engelbracht

"Erinnerungsbuch für die Opfer der NS-Medizinverbrechen in Bremen und Bremerhaven"

Freitag, 29. Juli 2016 | 11 Uhr
im Staatsarchiv Bremen

Vor dem Hintergrund der berechtigten, aber lange ignorierten Forderung, "Jedes Opfer hat ein Recht darauf erkannt und benannt zu werden", ist im August 2016 das "Erinnerungsbuch für die Opfer der NS-Medizinverbrechen in Bremen" mit Namen, Lebensdaten sowie exemplarischen Biographien von Opfern aus Bremen und Bremerhaven erschienen. Das Buch begleitet die Ausstellung »erfasst, verfolgt, vernichtet« in der Unteren Rathaushalle (4.8. bis 6.9.2016).

Anwesend bei der Buchpräsentation werden sein die Autorin Gerda Engelbracht, der Direktor des Staatsarchivs Prof. Elmshäuser sowie Zeitzeuge Franz Goldschweer (Sohn von Jacob Goldschweer).

Kleine Schriften des Staatsarchivs Bremen – Heft 53
252 S., 55 Abbildungen | Hardcover, Format 14,8 x 21 cm
19,90 Euro | ISBN 978-3-95494-102-5
Edition Falkenberg

erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus

Ausstellung in der Unteren Rathaushalle Bremen 3. August - 6. September 2016

Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus. Ausstellung 3. August - 6. September 2016 Untere Rathaushalle Bremen
Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus. Ausstellung 3. August - 6. September 2016 Untere Rathaushalle Bremen

Kranke und behinderte Menschen gehören zu den Verfolgten des Nationalsozialismus. Sie galten als Belastung für die deutsche „Volksgemeinschaft“. Bis zu 400.000 Menschen wurden ab 1934 gegen ihren Willen sterilisiert, mehr als 200.000 Menschen aus Heil- und Pflegeanstalten ermordet. Die Ausstellung erzählt die Geschichte von Ausgrenzung, Zwangssterilisationen und Massenmord, beschäftigt sich mit Opfern, Tätern, Tatbeteiligten und Opponenten und fragt schließlich nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute.

Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung

Mittwoch 3.8.2016 | 17.00
Obere Rathaushalle | Rathaus Bremen, Am Markt 21

Eintritt frei

Grußworte:

  • Dr. Carsten Sieling (Praesident des Senats und Buergermeister der Stadt Bremen)
  • Jutta Dernedde (Medizinische Geschaeftsfuehrerin der Gesundheit Nord gGmbH)
  • Dr. Thomas Koecher (Leiter der Landeszentrale fuer politische Bildung Bremen)

Vortrag: Prof. Dr. Dr. Frank Schneider (Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Uniklinik RWTH Aachen; früherer Präsident der DGPPN)
Musik: Jens Wagner und Juraj Korec
Veranstalter: KulturAmbulanz, Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Zentrum für Psychosoziale Medizin, Gesundheit Nord

Vom Krankenmord zum Holocaust

Vortragsveranstaltung in den neuen Räumlichkeiten der Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Birkenstraße 20/21

Vom Krankenmord zum Holocaust: Das Schicksal der polnischen Psychiatrie unter deutscher Besatzung im 2. Weltkrieg

Vortrag Fr. 19.8.2016 | 18.00

++++ ACHTUNG NEUER TERMIN (nicht am 12.08.!) ++++

Referent: Dr. Friedrich Leidinger (Chefarzt der Allgemeinen Psychiatrie, Klinik Langenfeld)
Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Birkenstraße 20/21

Eintritt frei

Am 1. September 1939 erschoss ein Sonderkommando der SS in Polen tausende Patienten, um die Anstalten für neue Zwecke "frei" zu machen. Die Exekution mit Giftgas wurde erstmals an polnischen Patienten erprobt, bevor sie ab Januar 1940 in den Mordanstalten der "T4" im Reich angewendet wurde.
Dr. Friedrich Leidinger ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und hat seit über 30 Jahren zur Geschichte der polnischen Psychiatrie während der deutschen Okkupation zur Zeit des Zweiten Weltkrieges recherchiert. In seinem Vortrag wird auch auf weitgehend unbekannte Fakten über den Zusammenhang zwischen dem medizinischen Programm zur Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ und der Besatzungspolitik in Polen eingegangen werden.

Zwangssterilisierte und "Euthanasie"-Geschädigte zwischen Stigmatisierung und Ausgrenzung im NS und in der Bundesrepublik

Zwangssterilisierte und "Euthanasie"-Geschädigte zwischen Stigmatisierung und Ausgrenzung im NS und in der Bundesrepublik

Vortrag Di. 16.8.2016 | 19.00
Referentin: Magret Hamm (AG Bund der "Euthanasie"- Geschädigten und Zwangssterilisierten)
Stadtbibliothek Bremen – Zentralbibliothek, Krimibibliothek, Am Wall 201

Eintritt frei

Die Justiz verfolgte nach 1945 die Verbrechen an den Zwangssterilisierten und den "Euthanasie"-Opfern kaum. Viele Täter kamen nach dem Faschismus wieder in Amt und Würden und zu beruflichen Ehren. Die Lebenswege der Opfer und ihre Lebensperspektive aber waren zerstört. Man verfolgte sie seit 1933. Denunziation war an der Tagesordnung und führte zur Verfolgung dieser Opfergruppe, die sehr oft mit Einweisungen in Heil- und Pflegeanstalten und mit menschenverachtenden Eingriffen oder Euthanasie-Morden endete. Die Zeit nach dem Nationalsozialismus war für die Opfer weiterhin demütigend und ausgrenzend. Alle Versuche für das Erlittene angemessen, d.h., wie die anderen NS-Verfolgten entschädigt zu werden, verhinderte die Regierung und das Parlament mit bürokratischen und gesetzgeberischen Maßnahmen bis weit in die 1980er Jahre. Erst 2007 gelang es nach jahrzehntelangem Kampf beider Opfergruppen, die Stigmatisierung als "Lebensunwerte" zu überwinden.

Informationsmaterial zur Ausstellung "erfasst, verfolgt, vernichtet."

Downloads

PDF Programm Veranstaltungen rund um die Ausstellung "erfasst, verfolgt, vernichtet." (pdf, 862.6 KB)
PDF Klappkarte Einladung zur Ausstellung "erfasst, verfolgt, vernichtet" (pdf, 220.1 KB)

Veranstalter

KulturAmbulanz Bremen

Mitveranstalter

Erinnern für die Zukunft e.V.
Landeszentrale für politische Bildung Bremen
Gesundheit Nord Klinkiverbund Bremen